Protokoll: Vom Festnetz/DSL zum Daten-Stick

Telekom stellt um
Kauf
O-Ton Lidl-Connect
Authentifizierung
Erste Verbindung
Nichts geht mehr
MiFi statt WiFi
Mini-Router in Betrieb


Vodafone Kladower Damm 200

22.8.2017 | Telekom stellt um

Die Telekom will bis 2018 alle Festnetzanschlüsse von analog auf IP-Telefonie (Voice over Internet) umgestellt haben. Neue Verträge sind nur mit IP möglich. Alte Verträge werden nach und nach mit Brief gekündigt. Die neuen Verträge haben dann wieder eine Mindestlaufzeit von zwei Jahren. Auch die Tatsache, dass wir Telekom-Kunden seit dem Auszug aus dem Elternhaus sind, fällt nicht ins Gewicht.

Also planen wir, den Vertrag nicht zu verlängern und die 35 €/Monat anders einzusetzen.

Unser Mobile-Prepaid wird zweimal beibehalten (bei Lidl Connect/Vodafone).

Der Datenverkehr soll über WLAN mit einem USB-Stick (30 € einmalig) plus neuer SIM und einem Datentarif (15 €/Monat* bei 5,5GB Transfervolumen/Monat*) vorgenommen werden.
* jetzt 4 Wochen statt Monat

Wenn das gut funktioniert, wird der Telekom gekündigt.

Die Erfahrungen werde ich hier protokollieren ...

immer noch 22.8.2017

Die Lidl-Kassiererin kannte keinen USB-Stick fürs Internet. Darauf sprach ich die Filialleiterin an, die sicher war, dass Lidl keinen USB-Stick fürs Internet hat. Auf meine Frage nach einem Internet-Stick antwortete sie "hätten Sie das doch gleich gesagt" ...

Der Internet-Stick inkl. SIM-Card und 10€ Guthaben kostet tatsächlich 30€.

Allerdings ließ er sich dann nicht öffnen, um die SIM-Card einzulegen. Beim Anruf der im Begleiheftchen genannten Telefonnumer bekam ich nur einen Automaten, der mitteilte, dass die Nummer nicht mehr für eine Registrierung zur Verfügung steht. Beim Anruf der normalen Servicenummer wurde mir gesagt, dass doch im Begleitheftchen steht, wie man den Stick öffnet. Schlecht nur, dass dort ein anderer Stick abgebildet und beschrieben wird. "Welchen Stick haben Sie denn? Es gibt zwei verschiedene. Sie erkennen das, wenn Sie ihn geöffnet haben". Soweit, so gut. Ich weiß jetzt aber, dass ich den richtigen Stick fürs Internet habe. Also habe ich ihn mit dem Taschenmesser geöffnet. Nun geht er an den Computer, um die SIM-Card zu registrieren.

O-Ton Lidl Connect

Eigenschaften:
Mit dem LIDL CONNECT Internet-Stick deutschlandweit supergünstig im Internet surfen.

Einmalig 29.99 Euro inkl. 10 Euro Startbonus

24-h-Flatrate: 1.99 Euro
4 Wochen-Flatrate: 14.99 Euro
Je 4 Wochen kündbar

Internet-Verbindung über Mobilfunk mit bis zu 21,6 Mbit/s und volle Kostenkontrolle für Ihr Guthaben.

Vorteile:
Keine Grundgebühr
Keine Mindestlaufzeit
Surfen mit erstklassiger D-Netz-Qualität
Downstream mit bis zu 21,6 Mbit/s Übertragungsrate

Einfache Handhabung:
Nachdem Sie Ihre SIM-Karte aktiviert haben, schließen Sie einfach den Internet-Stick an den USB-Anschluss Ihres Computers an. Danach installiert sich die Software, die auf dem Internet-Stick gespeichert ist, von selbst. Folgen Sie hierzu den Anweisungen auf dem Bildschirm.
...
Die Abrechnung erfolgt vorausbezahlt. Es steht Ihnen für die beiden Pakete die aktuell maximal verfügbare Bandbreite von bis zu 21,6 Mbit/s im Download und 3,6 Mbit/s im Upload zur Verfügung - bereits in mehr als 2.500 dt. Städten und Gemeinden. Gilt für nat. paketvermittelte Datenübertragung bei Nutzung des Zugangspunktes web.vodafone.de. Die Taktung für mobile Daten beträgt: 10 kB. Nach Erreichen Ihres gebuchten Datenvolumens oder Zeitraums endet Ihr Paket, nicht verbrauchte Inklusivleistungen verfallen.

Seit Juli 2017 gilt für alle Telekommunikationsanbieter ein neues Gesetz zur eindeutigen Identitätsprüfung bei Prepaid-Karten. Die SIM-Karten-Aktivierung erfolgt bei uns nur nach erfolgreicher Video-Identifikation durch unseren Partner WebID Solutions GmbH. Die WebID Solutions GmbH ist einer der führenden Anbieter für die zertifizierte Identifikation bei Online-Vertragsabschlüssen.

Was ist die Video-Identifikation?
Die Video-Identifikation ist eine schnelle und sichere Form der Identitätsprüfung über das Internet. Auf diese Weise können Sie ganz bequem Ihre Identifikation von zuhause oder auch von unterwegs durchführen – und das täglich von 7 bis 23 Uhr.

Wie funktioniert es?
In einem kurzen Video-Anruf gleicht ein Mitarbeiter der WebID Solutions GmbH Ihre angegebenen Daten mit denen Ihres Ausweisdokuments ab. Sie können Ihre Video-Identifikation entweder direkt oder innerhalb von 14 Tagen nach Eingabe Ihrer Daten durchführen.

Was brauche ich dafür?
Gültigen dt. Personalausweis oder gültigen Reisepass
Computer, Laptop, Tablet oder Smartphone mit einer Kamera (Mindestauflösung: 640 x 480 Pixel)
Stabile Internetverbindung
Gute Lichtverhältnisse
Unser Tipp: Unter Android und iOS funktioniert der Video-Anruf am besten mit der WebIDent App. Kostenlos erhältlich im App Store oder im Google Play Store.

Bitte beachten Sie: Ihre eingegebenen Daten müssen exakt mit denen Ihres Ausweisdokuments übereinstimmen. Vorläufige Ausweisdokumente können leider nicht verwendet werden.

23.8.2017 | Authentifizierung

Nach der Registrierung der SIM auf der Seite www.lidl-connect.de wurde mit einer Vorgangsnummer zu webID Solutions weitergeleitet. Dort erschien (auf meinem Notebook) zunächst ein spanisch sprechender Mitarbeiter (ja, ein lebender Mensch) und sagte, dass er mich nicht hören kann. Daraufhin versuchte ich es mit meinem Smartphone.

Nachdem ich beide Seiten meines Ausweises vor die Camera gehalten und Fragen zu meiner Identität beantwortet hatte, brach die Verbindung kurz nach dem OK des Gegenübers ab. Auf dem Display erschien jedoch die Meldung, dass die Authentifizierung nicht erfolgreich war und die Registrierung wiederholt werden müsse. Bei meinem anschließenden Anruf bei der Hotline erfuhr ich dann jedoch, dass webID Solutions die Freigabe erteilt hat. Wenig später erhielt ich von webID Solutions eine Mail mit einem Glückwunsch. Nun warte ich auf die erste Verbindung über Lidl-Connect ins Netz. Dann werde ich mit dem 10€-Guthaben 1-Tages-Tests machen.

24.8.2017 | Tages- und Monats-Tarif

Nach dem Einschalten des Notebooks mit dem Internet-Stick meldet sich Lidl-Connect, zeigt das Start-Guthaben und die Wahl der Verbindung von 24 Stunden bzw. 4 Wochen. Also habe ich für den ersten Test den 24 Stunden-Tarif gewählt. Um sicher zu gehen, dass die Verbindung ins Netz über den Internet-Stick läuft, habe ich die Telekom-Verbindung getrennt.

Beim Stick an der Fritz-Box 3390 bin ich aber noch nicht so weit. Deshalb habe ich bei AVM angefragt. Im Internet fand ich nämlich einen Screenshot, der für Vodafone nur das Eingabefeld für die PIN zeigt (wie beim Start der Verbindung im Notebook). Bei der Mobilfunk-Konfiguration für Vodafone fehlt dieses Feld.

25.8.2017 | Nichts geht mehr

Meine erfolglosen Änderungen der Konfiguration für den Internet-Stick hatten zur Folge, dass ich weder ins Internet noch auf die Bedieneroberfläche des Routers kam. Es musste also ein anderer Weg gefunden werden, wieder die Zugangsdaten für Telekom einzugeben. Die Lösung hieß: 169.254.1.1 und ein LAN-Kabel. Auch mit der inzwischen beschafften Fritzbox 7430 passierte mir das gleiche. AVM hat noch keine Antwort auf die Frage *welche Fritzbox* braucht man?* geliefert (es gibt ca. 20 verschiedene Modelle).

26.8.2017 | MiFi statt WiFi

Da ich eine Fritzbox zukünftig nur für den Internet-Stick bräuchte, habe ich jetzt doch ein anderes Konzept. Die gerade gekaufte 7430 wurde zurückgegeben und dafür - obwohl Nichtraucher - eine Zigarettenschachtel von Huawei gekauft: Huawei E5577Cs-321 Mobile WiFi Access. Das ist ein mobiler Hotspot. Man nennt das System auch Mifi. Sowas hatte ich schon mal vor vielen Jahren, er wurde aber von den Kindern entführt. Das E5577 kostet 95€ und besitzt nicht nur einen größeren Accu, sondern auch einen Slot für eine 32GB-microSD. Alle angeschlossenen Teilnehmer (PC, Notebook, Tablet und zwei Smartphones) können also über den Hotspot nicht nur ins Netz, sie können auch Daten lokal über die microSD austauschen. Das E5577 besitzt im Gegensatz zu preiswerteren Versionen ein Infodisplay und kann auch 4G / LTE.

28.8.2017 | Mini-Router in Betrieb


Foto Huawei (10 cm breit)

Zuerst die SIM-Card aus dem Stick in den neuen MiFi-Router, dann die microSD-Card. Da der Accu dreiviertel voll ist, kann es gleich losgehen, Die interne Website zur Administration wird mit http://192.168.8.1 im Browser des Notebooks geöffnet, da diese Seite nicht smartphone-freundlich ist. Zuerst werden Benutzername (admin) und Passwort (admin) geändert. Nach dem Login werden Name des Routers (SSID) und WPA-Schlüssel geändert. Die Nachbarn müssen ja nicht mitbekommen, welches System jetzt an den Start gegangen ist. Nach der Eingabe der SIM-Card-PIN steht die Verbindung und die Teilnehmer (Smartphones und PCs) können sich in ihrer WLAN-Einstellung mit den MiFi-Router verbinden.

Die Verbindung mit der Fritzbox zu Telekom wird erst mal ausgesetzt.

Ein neuer Tagestest mit Vodafone soll zeigen, was wir für Datentransfer verursachen. Das wird auf der internen Website, aber auch auf der App Huawei HiLink sehr prominent gezeigt. Diese App macht Sinn, auch wenn man mit ihr nicht alle Einstellungen ändern kann.

Nach der Freigabe der microSD-Card können nun auch Daten auf den MiFi-Router hoch- und runtergeladen werden. Das funktioniert schon mal besser als auf der trägen Fritzbox.

Ob und wie man mit einem accu-betriebenen Gerät über den Tag kommt, wird sich zeigen.




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